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Der Islam ist nicht die Ursache von Gewalt — und dennoch ein Problem

Video-Beitrag in Textform

 

Es schmerzt mich, diese Überschrift in die Welt zu geben. Denn ich denke dabei an die bis zu 1,8 Milliarden Muslime auf unserer Erde, die dies als einen weiteren Angriff auf ihr Weltbild verstehen könnten. Doch so ist es nicht gemeint! Und genauso wenig will ich diejenigen, die sich vor dem Islam fürchten, angreifen. Die Menschheit ist bereits gespalten genug. Dieser Beitrag ist ein Versuch der Versöhnung.

Versöhnung jedoch kann nicht durch Beschwichtigung, Verharmlosung und Parteilichkeit geschehen. Versöhnung braucht als Nährboden die schonungslose Wahrheit. Diese sich einzugestehen, wird auf beiden Seiten weh tun. Ein Trost mag es sein, dass die Wahrheit oft in der Mitte liegt. Hoffentlich.

Wenn wir den Islam als eine geistige Strömung betrachten, der sich 1,8 Milliarden Menschen zugehörig fühlen, dann bedeutet das, dass sich potentiell 1,8 Milliarden Menschen von dieser geistigen Strömung in Ihrem Denken und Handeln beeinflussen lassen. Doch Vorsicht, liebe Gegner des Islam: Nicht weil es der Islam ist, ist er als geistige Strömung ein Problem. Sondern weil es bei nicht wenigen Muslimen hauptsächlich der Islam ist, der das Denken und Handeln beeinflusst. Wäre es hierzulande immer noch hauptsächlich das Christentum, das unser Denken und Handeln beeinflusst, wie sähe unsere Gesellschaft heute wohl aus?

Bitte werfen wir einen kurzen Blick in die europäische Geschichte. Wir hatten hier eine Aufklärungsbewegung, die uns aus der Herrschaft der kirchlichen Tyrannei in einem mehrere Jahrhunderte dauernden Prozess befreite, nicht unter wenigen Opfern. Als der Engländer Erasmus Darwin, der Großvater Charles Darwins, zwischen 1750 und 1800 es wagte die katholischen Lehren der Menschheitsentstehung mit seinen ersten Evolutionstheorien in Frage zu stellen, wurde er heftig angefeindet. Und der alte Darwin lebte gefährlich, denn die herrschende Klasse bediente sich damals noch ganz selbstverständlich grausamster Foltermethoden sowie der Todesstrafe, um ihre Vorstellung einer Gesellschaftsordnung durchzusetzen. Gerade im England seiner Zeit, wurde die Todesstrafe häufiger denn je angewendet. Sage und schreibe 400 verschiedene Vergehen waren aufgestellt und potentiell mit der Todesstrafe bedacht.

Heute sind es größtenteils muslimisch dominierte Länder, in denen die Todesstrafe noch angewandt wird. Aber auch hier ist das Bild nicht schwarz-weiß: Auch in den USA und in China wird die Todesstrafe noch angewandt, während es beispielsweise in Marokko, Algerien und Tunesien einen Hinrichtungsstopp gibt.

Offenbar hat also die Aufklärungsbewegung in den USA die vollständige Abschaffung der Todesstrafe noch nicht erreichen können. Im Jahr 2017 wurden in den USA 23 Menschen im Namen der Todesstrafe ermordet.

Nun ist mein Ansinnen keinesfalls alles in einen Topf zu werfen und umzurühren, um dann sagen zu können: Schaut doch her, es ist eh überall gleich. Mitnichten ist es das.

Mein Ansinnen ist es aber hier, gemäß der Überschrift, zu zeigen, dass der Islam nicht die Ursache von Gewalt ist, und dennoch ein Problem darstellt.

Im alten Testament wird beispielsweise Ehebruch und Homosexualität als Grund für die Todesstrafe angeführt. Dennoch kämen wir heutzutage in Deutschland niemals auf die Idee weder Ehebruch noch Homosexualität zu bestrafen. Gott sei Dank. Und nochmal: Warum ist das so?

Weil sich unsere Gesellschaft in eine andere Richtung entwickelt hat. Wir bekennen uns größtenteils zu den Menschenrechten, welche ebenfalls eine Errungenschaft der Aufklärungsbewegung sind. Und zumindest innerstaatlich gelingt es uns bereits zu einem guten Teil, diese Menschenrechte zu wahren, mit einigen teils schwerwiegenden Ausnahmen. Die Rohstoffkriege, die wir ganz entgegen der Menschenrechte gegen überwiegend islamische Menschenvölker führen, sind ein weiteres Thema, das für ein möglichst umfassendes Bild zumindest erwähnt werden muss.

Und jetzt kommen wir an einen Punkt, wo die Aufklärung danach ruft, fortgeführt zu werden. Redliche Wissenschaft, die uns Erkenntnis bringt, war ein essentieller Motor der Aufklärungsbewegung. Daher lasst uns nun fragen: Warum wird der Mensch eigentlich gewalttätig?

 

Warum wird der Mensch gewalttätig?

Die Neurobiologie, also die Naturwissenschaft, die sich mit der Erforschung von Gehirn und Nervensystem beschäftigt, konnte in zigtausendfach durchgeführten Experimenten zweifelsfrei belegen, welche Gehirnarreale für menschliche Gewalt verantwortlich sind und wann diese aktiv werden. Die Antwort nach der Ursache von Gewalt ist verblüffend, wie einfach:

Es ist Schmerz.

Es ist Schmerz, der zu Gewalt führt.

Als biologische Wesen reagieren wir auf eine Bedrohung oder Störung unserer Unversehrtheit mit einer Aktivierung der sog. Aggressionszentren in unserem Gehirn. Vier unterschiedliche Zentren konnten ausgemacht werden. Zusammen bildet ihre Aktivität den Motor und die Basis für Gewalt. Die vier Aggressionszentren sind der Sitz von 1. Ekel, 2. Angst, 3. Stress und 4. Erregung.

Je nach Grad der Bedrohung oder Verletzung werden sie in unterschiedlichem Maße aktiv. Der biologische Zweck ist dabei, die Bedrohung abzuwenden bzw. den Körper vor weiterer Verletzung zu schützen. Doch was wertet unser Gehirn eigentlich alles als Bedrohung?

 

Als soziale Wesen erleben wir Ausgrenzung als Bedrohung.

Es liegt in unserer Biologie. Keine Erziehung und keine Strafe der Welt — auch nicht der tiefste und frommste Glaube — können etwas daran ändern, dass unser Gehirn soziale Ausgrenzung als Bedrohung erlebt und darauf mit einer Aktivierung der Schmerzzentren reagiert.

Ausgelacht zu werden, tut weh.
Abgewiesen zu werden, tut weh.
Benachteiligt zu werden, tut weh.
Betrogen zu werden, tut weh.
Ignoriert zu werden, tut weh.

Die Liste lässt sich noch lange fortführen. Wichtig ist zu wissen, dass Ausgrenzung sowohl gegenüber einzelnen Menschen als auch großen Gruppen von Menschen, also ganzen Staaten, erlebt werden kann.

Eine deutsche Frau, die von einem afghanischen Flüchtling als Hure bezeichnet wird, weil sie unehelichen Sex hat, erlebt Schmerz. Weil ihr Gehirn auf Erniedrigung mit Schmerz reagiert. Mögliche Reaktionen sind also Ekel, Angst, Stress und Erregung. (Es ist nicht die sexuelle Erregung gemeint.)

Im Falle eines solchen verbalen Angriffs, dürfte sich die daraus resultierende Gewalt seitens der erniedrigten Frau ebenfalls auf verbale Gewalt beschränken. Vielleicht reagiert sie direkt gegenüber dem, der sie beleidigt hat. Vielleicht spricht sie nach diesem Erlebnis anders über Flüchtlinge mit anderen Menschen. Wenn sie dieses schmerzhafte Erlebnis jedenfalls nicht verzeihen kann, dann wird sie den Schmerz in irgendeiner Form weitertragen.

Und viele Menschen zusammen, die ähnliche Reaktionen auf Schmerz weitertragen, führen zu gesamtgesellschaftlichen Reaktionen. Zum Beispiel zu Islamfeindlichkeit. Und irgendwann wird aus verbaler Gewalt, dann tätliche Gewalt. Zum Beispiel wenn Moscheen angezündet werden. Natürlich gibt es auch genügend Beispiele, in denen muslimische Flüchtlinge oder Einwanderer körperliche Gewalt ausüben. Keine Frage.

Doch kommen wir zu einem zweiten Beispiel: Die USA begannen mit einem Sturz der afghanischen Regierung, den noch immer andauernden Afghanistan-Krieg unter einem völkerrechtswidrigen Vorwand im Jahre 2001, kurz nach den Anschlägen vom 11. September im selben Jahr. Ein afghanischer Junge, der im Frühjahr 2001 geboren wurde und dann im Jahr 2003 seinen Vater verlor, weil dieser durch NATO-Soldaten ermordet wurde, ist heute 17 Jahre alt. Nehmen wir an, er kam im Jahr 2017 nach langer, schwieriger Reise als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling nach Deutschland.

Wieviel Schmerz hat dieser junge Mensch bereits erlebt? Getrennt von seiner Familie, mitten in der Pubertät. Hat seinen Vater so früh verloren und wer weiß wie viele Angehörige und Freunde? Konnte kaum zur Schule gehen, wegen der ständigen Gefechte, Selbstmordanschläge und Bombenangriffe. Ist nun in einem fremden Land und beginnt gerade erst die deutsche Sprache zu lernen. Hat kaum Kontakt zu deutschsprachigen Mitmenschen, wegen der Sprach- und Kulturbarriere. Und auch viel zu wenig Kontakt zu seiner noch verbleibenden Familie in Afghanistan, wegen der Ferne und der schlechten Internetanbindung dort. Fühlt sich hilflos in der deutschen Bürokratie verloren. Und wird dann, weil er in Sachsen gelandet ist, von Nazis angefeindet und verfolgt. Ja, selbstverständlich werden bei diesem jungen Menschen ziemlich oft die Aggressionszentren aktiviert. Angst, Ekel, Stress und Erregung.

Die Ursache aber ist Schmerz. Nicht der Islam oder das Christentum sitzen im Gehirn und aktivieren die Aggressionszentren, sondern einzig die sog. Schmerzzentren im Gehirn sind dazu in der Lage. Das sind gegenwärtig naturwissenschaftliche Fakten.

Und das ist eine weitreichende Erkenntnis. Sie ist erst zwar erst wenige Jahre jung. Doch kommt sie in dieser Zeit, wo die Gewaltspirale zunehmend eskaliert, gerade zur rechten Zeit. Nun liegt es an uns, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Doch zuerst lasst uns die Zusammenhänge wirklich verstehen.

Ich will dann noch auf einen letzten Punkt kommen, der schlussendlich erklärt, warum der Islam ein Problem ist. Und aus dem sich ableiten lässt, wie wir mit dem Islam umgehen müssen. Dazu am Schluss.

Gewalt verhindern, bedeutet Schmerz zu mindern.

Wer Gewalt verhindert — mindert Schmerz.
Gleichzeitig gilt umgekehrt: Wer Schmerz mindert — verhindert Gewalt.

Um die Gewaltspirale vollständig darzustellen, müssen wir alle Faktoren miteinbeziehen. Gewalt ist kein Phänomen, das einfach vom Himmel fällt. Es hat Ursachen. Und diese Ursachen haben wiederum ihre Ursachen. Und korrekterweise können wir erst von einer Spirale oder einem Teufelskreis sprechen, wenn wir den Kreis von Ursache und Wirkung gedanklich schließen können.

Das ist mit den Erkenntnissen der Neurobiologie schlussendlich gelungen: Schmerz führt zu Aggression. Aggression führt zu Gewalt. Gewalt führt zu Schmerz. Schmerz führt wieder zu Aggression. Und so weiter..

Mal von der ganzen Tragik abgesehen: Ist das nicht wundervoll? Plötzlich stellen sich gleich 3 mögliche Hebelpunkte dar, um Gewalt zu verhindern. Wir können Schmerz mindern. Wir können Gewalt verhindern. Und wir können Aggression hemmen.
Doch was hat das Ganze mit dem Islam zu tun und warum ist er ein Problem?

Dass der Islam nicht die Ursache von Gewalt ist, sondern der Schmerz, dürfte nun hinreichend dargelegt sein. Wer es genauer wissen will, findet am Ende des Artikels eine Buchempfehlung zur Vertiefung.

Anfangs habe ich den Islam, wie auch andere Religionen, als geistige Strömungen bezeichnet. Es handelt sich also um weit verbreitete Denkgebäude. Um menschliche Gedankenwelten und Haltungen, die sich unter dem Begriff Islam oder Christentum, etc. zusammenfassen lassen. Hier kommt ein letztes Mal die Neurobiologie zum Einsatz:

Das Denken ist ein Vorgang der in den entwicklungsgeschichtlich jüngsten, äußersten Bereichen unseres Gehirns stattfindet. Also in der Großhirnrinde. Es ist eng verknüpft mit dem Erleben von Gefühlen sowie unseren Sinneswahrnehmungen und Erinnerungen. Viele Vorstellungen und Denkmuster übernehmen wir bewusst und auch unbewusst von anderen Menschen. Zum Beispiel Vorstellungen darüber, wie jemand der sich zum Islam bekennt, sich verhalten könnte. Oder was es bedeutet ein „Ungläubiger“ zu sein und „warum dies laut Allah bestraft werden müsse“.

Es geht hier erstmal nicht darum, das zu bewerten. Dazu kommen wir am Schluss. Zuerst benötigen wir noch wichtiges Wissen:

Das Denken kann die Aggressionszentren hemmen.

Es konnte ebenfalls experimentell nachgewiesen werden, dass durch Aktivität der vorderen Großhirnrinde (Stirnhirn) die Aktivität der Aggressionszentren gehemmt werden kann. Man kann sich also, auf gut deutsch, durchaus zusammenreißen, solange der Schmerz einen nicht übermannt. Die Fähigkeit der Selbstkontrolle ist hierbei davon abhängig, wie gut ausgebildet die Bereiche im Stirnhirn sind. Dieser vordere Bereich des Großhirns ist auch der Bereich, in dem wir lebenslang lernen können. Gewalttäter sind demnach also nicht auf immer verloren. Entscheidend über die Fähigkeit der Selbstkontrolle ist also im umfassendsten Sinne die Bildung. Mit Bildung ist nicht (nur) das gemeint, was in den Schulen passiert. Mit abnehmender Finanzierung des deutschen Schul- und Universitätssystems werden Bildungseinrichtungen zunehmend eher zu einer Quelle von Schmerz, statt von Bildung. Denn Bildung kann nur in einer weitestgehend schmerzfreien Umgebung gelingen. Negative Gefühle hemmen nämlich die Aktivität im Stirnhirn, und damit die Lernfähigkeit. Während nur positive Gefühle in der Lage sind, das Wachstum von Nervenzellverknüpfungen zu unterstützen. Kurzum: Wichtig ist, dass wir begreifen, dass gelungene Bildung in der Lage ist Aggression zu hemmen.

Hinzu kommt, dass Bildung oder geistige Fähigkeiten, darunter auch emotionale Kompetenz, uns in die Lage versetzen uns vor Schmerz zu schützen. Kompetenzen und Fähigkeiten, die unser Gehirn erwirbt, helfen uns dabei, uns in der Welt zurechtzufinden.

Eine Religion wie der Islam oder das Christentum, liefern in einer weitestgehend unaufgeklärten Gesellschaft aber mehr Rechtfertigungen für Gewalt, als Lösungen für deren Ursachen. Seien es Verse aus der Bibel oder dem Koran: Wenn diese Verse vorschlagen, dass z.B. Andersdenkende zu verfolgen seien, dann dienen diese Verse Menschen nicht dazu, ihre Aggression zu kontrollieren, sondern stellen eine in deren sozialem Umfeld akzeptierte Rechtfertigung für Gewalt dar. Deshalb ist der Islam ein Problem.

Hätte Europa nicht die Aufklärung hinter sich gebracht, so wäre bei uns das Christentum auch immer noch ein Problem. Wenn wir ein humanes Miteinander gewährleisten wollen, dann müssen wir als Gesellschaft dafür sorgen, dass Menschen, die möglicherweise stark durch die gewaltverherrlichenden Aspekte des Islam geprägt sind, eine gute Bildung möglich ist. Zum Beispiel Anhängern des Salafismus. Zurecht wurde eine salafistische Vereinigung Ende 2016 in Deutschland verboten. Doch ein Verbot allein reicht nicht.

Was wir unbedingt verhindern müssen, ist, dass sich Parallelgesellschaften bilden. Aber genau das ist vorprogrammiert! Denn was soll passieren, wenn die Menschen, die zu uns kommen, unsere Sprache nicht sprechen, deshalb oft ganz unten in unserer Gesellschaft anfangen und verständlicherweise vor allem bei den sozial Schwächsten in Deutschland auf Feindseligkeit stoßen? Natürlich landen sie auch in Stadtteilen, Jobs und Bildungseinrichtungen, wo die Bildungschancen katastrophal sind. Und durch die weitere Überlastung gerade von Einrichtungen in sozialen Brennpunkten, kann es ja nur zu einer weiteren Verschlechterung der Bildungsmöglichkeiten kommen. Die Spaltung der Gesellschaft und die Bildung von Parallelgesellschaften, ja sogar von Ghettos ist damit besiegelt.

Natürlich kommen auch sehr gebildete Menschen aus muslimisch dominierten Ländern zu uns. Aber machen wir uns nichts vor: In Ländern, die nicht annähernd so wohlhabend sind wie wir, wo die Menschen teilweise sehr einfach leben, wo es in ländlichen Gebieten einen schlechten Zugang zu Bildung gibt, wo Krieg, Terror und Korruption herrscht, wo der Zugang zu Ressourcen knapp ist; In solchen Ländern herrscht zwangsläufig auch ein niedrigeres Bildungsniveau.

Und dann ist da schlicht die kulturelle und die sprachliche Barriere.

Die herrschende Politik agiert offenbar aus einer viel zu unbesorgten, naiven Vorstellung. Teilweise kaum in Kontakt mit dem was tatsächlich vor Ort passiert. Langsam scheint es durchzudringen, zu den Regierungsvertretern.

Aber was haben wir zu erwarten, wenn die Ausgaben für Bildung gerade mal um 1,2 Milliarden Euro erhöht werden, wodurch vielleicht gerade mal die Inflation ausgeglichen wird? Und gleichzeitig das Militärbudget verdoppelt wurde?

Ganz klar: Deutschland wird sich vermehrt an der Schaffung von Fluchtursachen durch militärische Aktivitäten beteiligen. Das Bildungsniveau aber wird weiter absinken. Und zwar flächendeckend und vorallem dort, wo es sowieso schon katastrophal ist.

Das bedroht den innerstaatlichen Frieden ernsthaft. Wir müssen aktiv werden, und dürfen uns nicht weiter darauf verlassen, dass es die gewählten Volksvertreter schon richten werden.

Flüchtlingen muss Schutz gewährt werden. Einwanderer müssen legal einwandern, oder abgewiesen werden. Illegale Einwanderung muss verhindert bzw. rückgängig gemacht werden. Oder aber es muss legalisiert werden. Das gebietet das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit.

Wir müssen dafür sorgen, dass das Parlament wieder in Ordnung kommt. Dort werden die Gesetze beschlossen. Dort sitzen die Abgeordneten, die wir wählen. Ministerien und das Kanzleramt sind ein Teil der Exekutive. Sie führen Gesetze aus, bzw. agieren im Rahmen dieser. Die Legislative sind immer noch die Parlamente. Sie beschließen Gesetze. Zwar können Ministerien Gesetzesentwürfe schreiben, oder von Lobbyisten oder wem auch immer schreiben lassen — ohne Zustimmung der Abgeordneten aber, werden sie niemals wirksam. Es sind also tatsächlich die gewählten Abgeordneten, die das letzte Wort haben. Und wenn sich eine Regierung erdreistet in einem unterbesetzten Bundestag das Netzwerkdurchsetzungsgesetz zu beschließen und damit nur durchkommt, weil keiner der 40-60(!) anwesenden Bundestagsabgeordneten die Beschlussfähigkeit anzweifelt, dann müssen wir als Bürger eben aufstehen! Aber offenbar mangelt es uns selbst und auch den Bundestagsabgeordneten bereits an Bildung, um das zu durchschauen.

Daher ist das Wichtigste: Die Investitionen in Bildung müssen drastisch erhöht werden! Es reicht nicht ein paar Schulen zu sanieren. Wir brauchen neue Schulen. Wir brauchen Tausende neue Lehrer, die besser ausgebildet sind und wieder deutlich kleinere Klassen unterrichten.

Denn nur Bildung vermag Aggression zu hemmen, und damit Gewalt zu verhindern. Denn der Schmerz, der uns gewalttätig macht, lässt sich nicht so einfach aus der Welt schaffen. Die Ursachen sind vielfältig, komplex und verstrickt.

Doch nur wenn eine Gesellschaft ausreichend gebildet ist, kann sie die geistigen Kapazitäten aufbringen, um die mannigfaltigen Probleme zu lösen. Und damit den Schmerz als die einzige Ursache von Gewalt reduzieren. Diesen Beitrag zu lesen, zu verstehen, darüber nachzudenken, ihn mit anderen zu teilen und mit anderen darüber zu sprechen, bedeutet bereits, sich zu bilden.

Herzlichen Glückwunsch und Vielen Dank für‘s Lesen.

 

Schmerzgrenze von Prof. Joachim Bauer

Schmerz erzeugt Aggression. Doch die „Schmerzgrenze“ des Gehirns verläuft anders, als wir bisher dachten

Brutale Gewalt in aller Öffentlichkeit, Amokläufe an Schulen, tödliche ethnische Konflikte und Kriege um knapper werdende Ressourcen: Das Phänomen der Aggression wird immer bedrängender und macht uns Angst.

Der „Aggressionstrieb”, folgenreiche Erfindung von Sigmund Freud und Konrad Lorenz, erklärte die Gewalt zur unverrückbaren Konstante der menschlichen Natur. Joachim Bauer entlarvt den Mythos des Aggressionstriebes und liefert mit Schmerzgrenze eine Neukonzeption des Gewaltphänomens, die auf neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Mehr Infos beim Verlag
ISBN: 978-3-89667-437-1

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